Foto: Reinhold Möller / Wikimedia Commons Steigerwald
Ausgedehntes Waldgebirge zwischen Bamberg, Würzburg und Nürnberg mit alten Buchenwäldern, Weinorten und einem Baumwipfelpfad.
Der Steigerwald liegt im Dreieck zwischen Würzburg, Bamberg und Nürnberg und ist eines der waldreichsten Mittelgebirge Bayerns. Wer hier reist, kombiniert ruhige Buchenwälder mit Weinorten am Westrand und stillen Klosterlandschaften - eine Mischung, die in Franken so nur hier zu finden ist. Anders als die belebten historischen Städte der Region geht es im Steigerwald spürbar langsamer zu.
Landschaft und Geografie
Das Mittelgebirge erstreckt sich über rund 1.100 Quadratkilometer und reicht im Scheinberg knapp 500 Meter hoch. Der Naturpark Steigerwald schützt seit 1988 große Teile davon, etwa 40 Prozent der Fläche sind bewaldet. Charakteristisch ist die steile Westkante mit Aussichten ins Maintal und auf die Weinberge, während sich der Wald nach Osten zur Regnitz hin sanft abdacht. Die alten Buchenbestände im Kernzentrum gelten als ökologisch besonders wertvoll und werden seit Jahren als möglicher Nationalpark diskutiert. Mehr zur Region im Überblick der Naturparks Frankens.
Geschichte in Stichpunkten
- Fränkische Besiedlung ab dem 6. bis 10. Jahrhundert, erste urkundliche Erwähnung des Namens 1151
- Zisterzienserkloster Ebrach (gegründet 1127) als prägender Erschließer der Waldlandschaft
- Adelsherrschaften der Grafen zu Castell, der Hohenlohe und der Schlüsselfelder mit Burgen, Schlössern und Weinbergbesitz
- Weinbau am Westrand seit dem Mittelalter, Bocksbeutel als Markenzeichen (mehr in der Bocksbeutel-Geschichte)
- Nach Säkularisierung 1803 Übergang vieler Klostergüter und Wälder in bayerischen Staatsbesitz
Was du nicht verpassen solltest
Der Steigerwald ist ein Hub-Ziel, das sich gut über Tagesfahrten erschließen lässt. Im Westen lohnen Iphofen und Castell mit ihren Lagen rund um die Mainschleife bei Volkach und einer kurzen Distanz zur Alten Mainbrücke in Würzburg. Im Inneren des Gebirges ist der Baumwipfelpfad Ebrach mit der zugehörigen Abteikirche der bekannteste Punkt. Wer länger bleibt, kombiniert den Wald mit Stippvisiten nach Bamberg oder in die Fränkische Schweiz. Passende Übernachtung am Westrand bietet zum Beispiel das Weingut-Hotel am Main. Für Routenideen siehe Weinrouten in Franken und Wanderwege Franken.
Beste Reisezeit und Anreise
Die Hauptsaison reicht von Mai bis Oktober. Im Frühsommer blühen die Wiesen am Waldrand, im Spätsommer und Herbst stehen Weinlese und Laubfärbung im Vordergrund - besonders die Buchenwälder zeigen dann kräftige Goldtöne. Die Anreise erfolgt über die A3 (Würzburg-Nürnberg) mit Ausfahrten bei Schlüsselfeld oder Geiselwind, oder über die A70 entlang des Nordrands. Bahnreisende nutzen die Hauptbahnhöfe Würzburg, Bamberg oder Nürnberg und steigen in regionale Busse um. Wer mit dem Rad anreist, findet Anschluss an den Main-Radweg im Westen der Region. Tiefer ins Thema führt der Hub Wein und Genuss.