Landschaft im Wiesenttal in der Fränkischen Schweiz Foto: Reinhold Möller / Wikimedia Commons
Oberfranken

Fränkische Schweiz

Mittelgebirgslandschaft zwischen Bamberg, Bayreuth und Nürnberg mit Felstürmen, Höhlen, Burgen und der höchsten Brauereidichte der Welt.

Die Fränkische Schweiz ist eine Karstlandschaft im nördlichen Teil der Fränkischen Alb, eingerahmt von Main, Regnitz und Pegnitz. Auf engem Raum bündelt sie Felstürme, Tropfsteinhöhlen, Burgen und eine der dichtesten Brauereilandschaften Europas. Wer Wandern, Klettern, Radfahren und Wein- und Bier-Genuss verbinden will, findet hier eine der vielseitigsten Regionen Frankens.

Landschaft und Geografie

Geologisch gehört das Gebiet zum Weißen Jura: Kalk- und Dolomitgestein, das vor rund 150 Millionen Jahren in einem flachen Meer entstand. Daraus haben Flüsse wie die Wiesent, die Püttlach und die Trubach tief eingeschnittene Täler herausgewaschen, zwischen denen karge Hochflächen liegen. Über den Tälern erheben sich Zeugenberge wie das Walberla, die Neubürg und die Hohe Reuth, mit rund 637 Metern die höchste Erhebung. Die Felswände entlang der Wiesent sind mit über 6.500 dokumentierten Routen eines der am besten erschlossenen Klettergebiete der Welt; zugleich führen markierte Wege wie der Frankenweg an Aussichtskanzeln und alten Mühlen vorbei.

Geschichte in Stichpunkten

  • Ende des 18. Jahrhunderts entdecken Reisende die Höhlen der Region, etwa durch Johann Friedrich Espers Buch von 1774
  • 1793 beschreiben Ludwig Tieck und Wilhelm Heinrich Wackenroder das Wiesenttal in einem viel gelesenen Reisebericht
  • 1807 prägt Johann Christian Fick erstmals den Namen “Fränkische Schweiz”
  • Im 19. Jahrhundert erschließen neue Bahnlinien (u. a. Forchheim-Behringersmühle) die Täler
  • 1901 gründet sich der Fränkische-Schweiz-Verein, der bis heute Wanderwege und Hütten betreut
  • Ab den 1930er Jahren entwickelt sich die organisierte Sommerfrische und später der Klettersport

Was du nicht verpassen solltest

Wer zum ersten Mal in der Region ist, kombiniert am besten einen Talblick mit einer Burg und einer Höhle. Ein klassischer Einstieg ist das Felsendorf Tüchersfeld mit seinen markanten Türmen über den Häusern, gefolgt von einer Wanderung auf das Walberla hoch über dem Wiesenttal. Im Frühjahr lohnt sich die Tour besonders während der Kirschblüte, wenn die Hänge rund um Pretzfeld weiß überzogen sind. Wer mehr Burgen sehen will, plant Gößweinstein, Pottenstein und die Ruine Neideck mit ein; passende Routen findest du in unseren Wanderwegen durch Franken und im Überblick zu Burgen und Schlössern. Für eine Übernachtung mitten in der Landschaft eignet sich das Burghotel Felsenkeller.

Beste Reisezeit und Anreise

Hauptsaison ist von Mai bis Oktober, wenn Biergärten und Schauhöhlen geöffnet sind. April lockt mit der Kirschblüte, der Herbst mit ruhigeren Wegen und klaren Fernsichten. Mit dem Auto erreichst du die Region über die A73 (Ausfahrten Forchheim und Ebermannstadt), mit der Bahn über Forchheim oder Ebermannstadt und von dort weiter mit Regionalbussen oder dem saisonalen Dampfzug ins Wiesenttal. Als Ausgangspunkte für Sehenswürdigkeiten und Touren in die Nachbarregionen bieten sich Bamberg und Nürnberg-Fürth an; weitere Bausteine für deine Tour findest du in der Reiseplanung.