Tüchersfeld
Tüchersfeld gilt als das Wahrzeichen der Fränkischen Schweiz. Eingebettet in das enge Püttlachtal, ragen hier mächtige Dolomitfelsen empor, zwischen die sich Häuser und ehemalige Burganlagen schmiegen. Das Bild aus geschwungenen Felstürmen und kleinteiliger Bebauung ist eines der meistfotografierten Motive der Region und steht beispielhaft für die Landschaft Frankens.
Geschichte
Tüchersfeld wurde 1243 erstmals urkundlich erwähnt und gilt als älteste Siedlung im Pottensteiner Raum. Ab 1323 sind hier zwei Burgen belegt: die Obere und die Untere Burg, die getrennt voneinander auf den Felstürmen errichtet wurden. Die Untere Burg wurde im Dreißigjährigen Krieg weitgehend zerstört, von der Oberen Burg sind nur noch wenige Spuren erhalten. Auf den Resten der Unteren Burg entstand später der sogenannte Judenhof, ein Gebäudeensemble aus dem 17. und 18. Jahrhundert, in dem bis 1860 bis zu 18 jüdische Familien lebten. Die zugehörige Synagoge von 1763 ist mit ihrem spätbarocken Stuckrahmen an der Decke erhalten.
Was du siehst
Die markanteste Ansicht zeigt die Felsgruppe mit den eingewachsenen Häusern des Judenhofs. Geologisch handelt es sich um Schwammriffe in Kegelkarstformen, die nach der Hebung der Fränkischen Alb durch Erosion freigelegt wurden. Die Felsburg trägt das Prädikat „Bayerns schönste Geotope”. Im restaurierten Judenhof-Komplex zeigt das Fränkische-Schweiz-Museum heute die Kultur, Geologie und jüdische Geschichte der Region.
- Felsenensemble und ehemaliger Judenhof mit Synagoge
- Fränkische-Schweiz-Museum (Di-So geöffnet)
- Aussichtspunkte auf den umliegenden Felstürmen
- Kletterrouten an den Dolomitwänden
Lage und Anreise
Tüchersfeld liegt auf 337 Metern Höhe direkt an der B470, die als Burgenstraße durch das Püttlachtal führt. Der Ort gehört seit 1971 zur Stadt Pottenstein und ist mit dem Auto bequem erreichbar, Parkplätze gibt es am Ortsrand. Wer mit dem Rad anreist, kombiniert den Besuch gut mit einer Tour entlang der Püttlach.
Was passt dazu
Tüchersfeld eignet sich als Auftakt für Wanderungen durch die Fränkische Schweiz - etwa zur Teufelshöhle oder hinauf zum Walberla, dem markanten Tafelberg am Westrand der Region. Wer länger bleibt, findet im Burghotel Felsenkeller eine passende Unterkunft im Stil der Landschaft. Für die kulturelle Einordnung lohnt ein Blick in die Geschichte der Franken sowie in die Übersicht der Burgen und Schlösser. Wer mehr über das fränkische Selbstverständnis erfahren möchte, findet im Magazin Hintergründe zu Brauchtum und zu den schönsten Altstädten der Region.