Walberla
Das Walberla ist der weithin sichtbare Hausberg der Fränkischen Schweiz und einer der bekanntesten Aussichtspunkte Oberfrankens. Eigentlich heißt der markante Tafelberg Ehrenbürg, ein Zeugenberg aus Jurakalk, der sich rund 250 Meter über das Wiesenttal erhebt. Er besteht aus zwei Gipfeln: dem nördlichen Walberla (513 m) und dem höheren südlichen Rodenstein (532 m). Der populäre Name geht auf die Walburgiskapelle auf dem Nordplateau zurück.
Geschichte
Die Ehrenbürg war schon in vorgeschichtlicher Zeit ein bedeutender Ort. In der frühen Latènezeit (etwa 480 bis 380 v. Chr.) lag hier eine keltische Höhensiedlung mit rund 36 Hektar befestigter Fläche, eine der größten Anlagen Süddeutschlands. Geomagnetische Messungen haben rund 20.000 Vorratsgruben nachgewiesen. Eine erste hölzerne Kapelle wird um 1350 erwähnt, die heutige steinerne Walburgiskapelle ließen die Herren von Wiesenthau 1697 errichten. Im Jahr 2000 kam eine bronzene Walburga-Statue hinzu. Mehr zum kulturellen Hintergrund der Region steht im Beitrag Geschichte der Franken.
Was du siehst
Vom weitgehend baumfreien Plateau eröffnet sich ein Rundblick über das Wiesenttal, die Weinberge der Wiesenthauer Hänge und bei klarem Wetter bis zur Fränkischen Alb und ins Vorland Nürnbergs. Charakteristisch sind:
- die schlichte Walburgiskapelle mit Vorplatz und Gedenkstein
- bizarre Dolomit- und Riffkalkfelsen am Plateaurand
- Magerrasen mit Frühlings-Adonisröschen, Kuhschelle und Orchideen
- weiter Blick auf Tüchersfeld und die Felsdörfer im Osten
- bei guter Sicht die Silhouette der Kaiserburg Nürnberg am Horizont
Das gesamte Bergmassiv ist seit 1987 Naturschutzgebiet (rund 155 Hektar).
Anreise und Aufstieg
Üblicher Startpunkt ist Kirchehrenbach (Bahnhof an der Strecke Forchheim-Ebermannstadt), alternativ Schlaifhausen oder Wiesenthau. Die markierten Wege sind gut beschildert, der Aufstieg dauert je nach Route 30 bis 60 Minuten und ist familientauglich, festes Schuhwerk ist sinnvoll. Bitte auf den Pfaden bleiben, der Magerrasen ist empfindlich.
Was passt dazu
Das Walberla lässt sich gut mit einer Tour durch die Fränkische Schweiz verbinden, etwa mit einem Abstecher zu den Felsdörfern oder einer Einkehr im Burghotel Felsenkeller. Wer mehr wandern möchte, findet Vorschläge in unserer Übersicht zu Wanderwegen in Franken. Am ersten Maiwochenende lockt das traditionsreiche Walberlafest viele Besucher an, dann ist mit vollen Wegen und Parkplätzen zu rechnen.