Weiter Ausblick über die bewaldeten Höhen des Fichtelgebirges Foto: Reinhold Möller / Wikimedia Commons
Oberfranken

Bayreuth & Fichtelgebirge

Wagnerstadt mit barockem Opernhaus, eingebettet zwischen den bewaldeten Höhen des Fichtelgebirges im Nordosten Bayerns.

Bayreuth und das Fichtelgebirge bilden eine ungewöhnliche Kombination: höfische Barockarchitektur und Wagner-Kult auf der einen Seite, ein bewaldetes Granit-Mittelgebirge mit Bergbautradition auf der anderen. Wer Oberfranken jenseits der Touristenströme sucht, findet hier beides auf engem Raum.

Landschaft und Geografie

Bayreuth liegt im Obermainischen Hügelland, eingerahmt vom Fichtelgebirge im Osten und der Fränkischen Schweiz im Westen. Das Fichtelgebirge selbst erstreckt sich über rund 1.600 Quadratkilometer bis nach Nordwestböhmen und hat eine charakteristische Hufeisen-Form. Höchster Punkt ist der Schneeberg mit 1.051 Metern, gefolgt vom Ochsenkopf mit 1.024 Metern und der Kösseine.

Geologisch dominieren variszische Granite, sichtbar in den Felsformationen rund um das Felsenlabyrinth Luisenburg. Vier Flüsse entspringen im Gebirge und fließen in jeweils eine andere Himmelsrichtung: Saale, Eger, Naab und Weißer Main. Diese Lage trug der Region den alten Beinamen “Nabel Deutschlands” ein.

Geschichte in Stichpunkten

  • Frühes Mittelalter: Beginn des Bergbaus auf Gold, Zinn, Eisen und Granit
    1. Jahrhundert: Niedergang des Bergbaus während des Dreißigjährigen Krieges
  • 1735-1763: Kulturelle Blüte unter Markgraf Friedrich und Wilhelmine, der Schwester Friedrichs des Großen
  • 1744-1748: Bau des Markgräflichen Opernhauses
  • Ende 18. Jh.: Modernisierungsversuche im Bergbau durch Alexander von Humboldt
  • 1872: Richard Wagner siedelt nach Bayreuth über
  • 1876: Erste Festspiele im Festspielhaus auf dem Grünen Hügel
  • 2012: Aufnahme des Markgräflichen Opernhauses in die UNESCO-Welterbeliste

Was du nicht verpassen solltest

In der Stadt selbst ist das barocke Logentheater der Markgräfin Wilhelmine der kulturhistorische Höhepunkt. Wer mehr Zeit hat, kombiniert die Innenstadt mit dem Festspielhaus, dem Richard-Wagner-Museum in der Villa Wahnfried und der weitläufigen Eremitage. Ausserhalb lohnt sich ein Tag im Fichtelgebirge: Ochsenkopf und Schneeberg bieten Aussichtstürme und Wanderwege, das Felsenlabyrinth Luisenburg verbindet bizarre Granitformationen mit den Luisenburg-Festspielen. Selb mit seiner Porzellantradition (Rosenthal, Hutschenreuther) ist ein lohnender Abstecher für Designinteressierte.

Wer den Bogen weiter spannen will, kombiniert die Region mit einem Besuch in Coburg oder fährt über die Burgen und Schlösser Frankens. Für Übernachtungen in der Stadt bietet sich das Gästehaus Bayreuth als Ausgangspunkt an.

Beste Reisezeit und Anreise

Die klassische Saison ist der Sommer, vor allem rund um die Festspiele im Juli und August - Karten sind dann schwer zu bekommen, die Stadt entsprechend voll. Frühjahr und Herbst sind ruhiger und gut zum Wandern im Fichtelgebirge geeignet. Im Winter laufen am Ochsenkopf Lifte und Loipen.

Bayreuth hat einen eigenen Bahnhof mit Anschluss über Nürnberg, die A9 (München-Berlin) und die A70 erschliessen die Region per Auto. Vom Fichtelgebirge sind es nach Bamberg und in die Nürnberger Altstadt jeweils etwa eine Autostunde. Tipps zu Routen und Etappen findest du in der Reiseplanung.