Bildungsmöglichkeiten in Franken: Studieren, Weiterbilden, Wachsen
Von der Traditionsuniversität bis zur Volkshochschule - ein Überblick über die fränkische Bildungslandschaft und ihre Angebote für jede Lebensphase.
Vom Korbflechten in Oberfranken bis zum Feldgeschworenenwesen - diese fränkischen Handwerkstraditionen werden bis heute aktiv weitergegeben.
Franken ist nicht nur Weinregion und Burgenland, sondern auch eine Landschaft des Handwerks. Viele Techniken, die hier über Generationen weitergegeben wurden, sind keine verstaubten Museumsstücke, sondern werden bis heute praktiziert. Sie prägen die kulturelle Identität der Region oft stärker als jedes Bauwerk - weil hinter ihnen Menschen, Familien und ganze Dörfer stehen.
Wer sich für die Geschichte der Region interessiert, begegnet diesen Traditionen überall: auf Märkten, in Werkstätten und in alten Ämtern, die es so nur in Bayern und Franken gibt.
Die Bandbreite ist groß und reicht vom amtlichen Brauchtum über kunstvolles Flechtwerk bis zur Lebensmittelveredelung. Einige Beispiele stehen besonders für die fränkische Handwerkskultur.
Eine fränkisch-bayerische Besonderheit ist das Feldgeschworenenwesen. Die sogenannten Siebener überwachen seit dem späten Mittelalter Grundstücksgrenzen, setzen Grenzsteine und sichern sie. Ihr überliefertes Wissen, das berühmte Siebenergeheimnis, wird traditionell mündlich und familienweise weitergegeben. Das Amt verbindet bis heute alte Tradition mit den Anforderungen der modernen Vermessung und gilt als immaterielles Kulturerbe.
Rund um Lichtenfels und Michelau in der Region Coburg & Rennsteig liegt das Zentrum des deutschen Korbflechtens. Lichtenfels trägt nicht ohne Grund den Beinamen Deutsche Korbstadt. Das Deutsche Korbmuseum in Michelau und der jährliche Korbmarkt halten diese Kunstform lebendig. Verarbeitet werden vor allem Weidenruten und Schilfrohr, heute ergänzt um moderne Materialien - für Gebrauchsgegenstände ebenso wie für dekorative Objekte.
Die fränkische Kirchen- und Fassadenmalerei reicht bis in die Renaissance zurück und erlebte im Barock ihren Höhepunkt. Vergolder und Kirchenmaler verstärken mit ihren Techniken die Wirkung von Altären, Decken und Fassaden. Wer durch fränkische Kirchen geht, sieht dieses Handwerk in jedem vergoldeten Detail - besonders eindrücklich in den prunkvollen Räumen der Würzburger Residenz oder am Bamberger Dom. Viele dieser Künste werden heute im Rahmen von Restaurierungen weitergeführt.
In der traditionellen Baumfeldwirtschaft trocknen holzbefeuerte Öfen, die sogenannten Därren, Äpfel, Birnen und Zwetschgen. Diese schonende Methode bewahrt nicht nur den Geschmack, sondern auch viele Nährstoffe - und macht das Obst lange haltbar. Sie passt gut zur fränkischen Streuobstkultur und steht für nachhaltigen Umgang mit regionalen Erträgen.
Die Teichwirtschaft, besonders rund um den Aischgrund im Steigerwald, verbindet jahrhundertealtes Wissen mit modernem Naturschutz. Durch den weitgehenden Verzicht auf Chemikalien und die naturnahe Bewirtschaftung der Teiche entstehen wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Der Aischgründer Karpfen ist eine geschützte Spezialität und fester Teil der fränkischen Küche.
Wer das Handwerk auf dem Teller erleben möchte, kombiniert den Karpfen am besten mit einem trockenen Silvaner. Tipps dazu liefert unser Ratgeber Silvaner verstehen.
Fränkische Weine direkt vom Winzer entdecken
Im oberfränkischen Marktredwitz pflegen seit über 150 Jahren zahlreiche Familien eine besondere Krippentradition. In der Weihnachtszeit entstehen aufwändige Krippen aus Ton und Naturmaterialien. Die Marktredwitzer Krippen sind weithin bekannt und zeigen, wie eng Handwerk, Glaube und Familienleben in Franken verknüpft sind.
Diese Handwerke sind kein Selbstzweck. Sie erzählen davon, wie Menschen in Franken über Jahrhunderte gewirtschaftet, gestaltet und zusammengelebt haben. Und sie zeigen, dass Tradition und Moderne kein Widerspruch sein müssen, sondern Hand in Hand gehen können.
Wer mehr über das kulturelle Erbe der Region erfahren möchte, findet weitere Einblicke in unserem Beitrag zum fränkischen Brauchtum sowie in der Übersicht der schönsten Altstädte Frankens, in denen viele dieser Handwerke bis heute zu Hause sind.
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